Wie läuft´s - Menschen in der Gemeinde

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In Schwedeneck leben und/oder arbeiten ungefähr 3000 Menschen. Einige gestalten das Bild der Gemeinde im Kleinen oder im Großen mit. Wir fragen in dieser Serie einige Schwedenecker: Wie läuft’s?

Sabine Titz-Müller ist seit gut 2 Monaten die neue Pastorin der Kirchengemeinde Krusendorf. Wir treffen sie an ein einem stürmischen Tag im Advent im Pastorat mit Blick auf die alte Backsteinkirche und den kirchlichen Kindergarten.

WIR: Frau Titz-Müller, eine neue Pastorin haben wir nicht alle Tage in Schwedeneck - so ein Anfang ist sicher sehr arbeitsam - Wie läuft’s?

Titz-Müller: Das war ein richtig toller Start! Mit einem herzlichen Empfang und ganz vielen tollen engagierten Menschen in der Gemeinde. An meinem Arbeitsplatz für die Gottesdienste in der Kirche bin ich schon gut eingelebt. Und das Gemeindeleben ist zur Weihnachtszeit natürlich ein Geschenk. Ich habe viele neue Menschen kennen lernen dürfen, mein Mann und ich haben uns mit der Umgebung vertraut gemacht, der Kirchengemeinderat, die Angestellten in Verwaltung und Kindergarten – alle sind aufgeschlossen und helfen uns bei Ankommen.

WIR: Was prägt Ihre Arbeit?

Titz-Müller: Ich bin mit einer halben Stelle für diese Kirchengemeinde und einer weiteren als pastorale Verstärkung im Dänischen Wohld tätig. Gottesdienste und Gemeindedienste sind natürlich fester Bestandteil, viele Gespräche stehen an: Welche der vielen Ehrenamtliche decken welche Bereiche ab, wer kann was, was ist etabliert und wo ist meine Gestaltung gefragt. Das füllt die Zeit aber einen festen Ablauf meiner Arbeitstage gibt es gerade zu Beginn noch nicht.

WIR: Sie waren vorher in Hamburg-Hamm tätig. Aus der Großstadt in den Dänischen Wohld - wie ist der Schritt aus Hamburg in eine Region mit weiten Wegen?

Titz-Müller: Hier gibt es wenigstens immer einen Parkplatz (lacht) – in Hamburg sind die Wege kürzer aber nicht unbedingt schneller. Hier ist der Kontakt oft näher, wir sind ganz bewusst in diese Gemeinde gegangen – hier kann ich kontinuierliche Arbeit aufbauen, die Menschen über längere Zeit kennenlernen und mich Ihnen widmen. Ich würde gerne eine großes Team an Helferinnen und Helfern für die Jugend- und Konfirmandenarbeit aufbauen, ich würde gerne den Platz der ehemaligen St. Catharinen-kirche an der Steilküste weiter entwickeln und ich möchte trotz nur einer halben Stelle mehr mit Familien unternehmen.                                                                  

Und ich muss und möchte mit allen Aktiven überlegen: Wie kann eine Kirchengemeinde und ihre Angebote im ländlichen Raum in den nächsten Jahren und Jahrzehnten aussehen.

WIR: In unruhigen Zeiten sind Religion, unser Glaube, kirchliche Rituale oft eine kleine oder große Hilfe für die Menschen. Was kann Kirche da leisten?

Titz-Müller: Kirche sollte Mut machen, Verantwortung zu übernehmen! Im Gebet aber auch in der Diskussion und in der Auseinandersetzung mit schwierigen Lagen der Welt oder vor unser Haustür kann Kirche das manchmal noch deutlicher sagen: Engagiert euch!

WIR: Was beschäftigt Sie im kommenden Jahr?

Titz-Müller: Das große Lutherjahr steht vor der Tür und ich freue mich, dass unser toller großer Posaunenchor das Jahr mit einem entsprechenden Neujahrskonzert beginnen wird: 1.1.2017 – 17 Uhr – Ein neues Lied! … und der Kirchentag im Sommer hat ein dankbares Motto. „Du siehst mich!“ Dazu möchte ich viel mit den Konfirmanden arbeiten.

WIR: Wenn es die Termine hier und dort einmal zulassen: Wie genießen Sie Schwedeneck auch mal privat?

Titz-Müller: Mit langen Spaziergängen und jetzt im Winter: Steine bestimmen. Ich finde es faszinierend, welche Art von unterschiedlichen Steinen hier liegen, ich habe mir sogar schon ein Steinbestimmungsbuch gekauft… im Sommer werden wir uns dann mehr auf‘s Fahrrad schwingen, es gibt so viele spannende und interessante Orte in der Gemeinde, die möchte ich alle kennen lernen.