Wie läuft’s? – Menschen in der Gemeinde

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In Schwedenck leben und/oder arbeiten ungefähr 3000 Menschen. Einige gestalten das Bild der Gemeinde im Kleinen oder im Großen mit. Wir fragen in dieser Serie einige Schwedenecker: Wie läuft’s?

Eckhard Ochernal ist seit 10 Jahren Schulleiter der Grundschule Surendorf – um 8 Uhr in der Früh treffen wir ihn entspannt am trubeligen Schuleingang inmitten der knapp 100 Erst- bis Viertklässler.

WIR: Herr Ochernal, die Grundschule mitten im Dorf, Eltern bringen ihre Kinder, Schüler tollen auf dem begrünten Schulhof – wie läuft’s?

E. Ochernal: Klasse läuft es! Die Schülerzahlen steigen, im Kollegium arbeiten wir wirklich gut miteinander, die Kontakte mit den Eltern und Elternvertreter sind eng und vertrauensvoll – es klingt kitschig, aber hier ziehen alle an einem Strang, jedes Kind wird umfassend begleitet.

WIR: Was macht ein Schulleiter eigentlich so den ganzen Tag? Wie leitet man eine Schule?

E. Ochernal: Bei mir geht es neben den 17 Stunden Unterricht in Mathe und Sport um viel Verwaltungsarbeit, um Vertretungspläne, schnelle Entscheidungen und natürlich um die Außendarstellung: Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Grundschulen, da will Gutes auch nach außen getragen werden. Und wie immer bei kleineren Schulen: wenn es irgendwo zwickt, landet auch das beim Schulleiter.

WIR: Sie kennen Schule seit über vielen Jahren, was ist in Surendorf so besonders?

E. Ochernal: Das ist einfach: Wir sind für alle da. Bei uns landen Herausforderungen nicht nur bei der Schulsozialarbeit. Jeder kennt jeden und kümmert sich.

Und dann ist da natürlich noch die Lage in Meeresnähe, die Segelangebote, das Küstenschützer-Projekt und immer wieder wird unser Schulhof gelobt: Naturnah umgestaltet ist er genau richtig für Kinder im Grundschulalter zum Toben, zusammen spielen und sich bewegen. Dafür braucht man anderswo extra Aktionen und Projekte.

WIR:
Wie hat sich das Lernen und die Grundschule an sich in den letzten Jahren verändert?
E. Ochernal:
Ganz spontan: Inklusion wird gelebt, alle mit allen Besonderheiten werden bei uns beschult. Das ist mit den Mittelkürzungen nicht einfach. Und die Zusammenarbeit mit Vereinen, der Feuerwehr, das Segeln und unsere anderen außerschulischen Lernorte sind besonders – und ich möchte unsere Schulsozialarbeiterin nicht vergessen, die ist super! Und der Schulverband hat als einer der ersten Schulträger im Land die Schulassistentin selbst eingestellt, die bei der individuellen Begleitung einzelner Schüler hilft...

Außerdem beschäftigt uns vermehrt ein ganz altes aber brandaktuelles Thema. Lesen, lesen, lesen – nicht nur für uns ist das eine Zukunftskompetenz die wir gezielt fördern.

WIR: So kurz vor den Sommerferien: Was wünschen sie sich für das kommende Schuljahr?

E. Ochernal: Natürlich weiter steigende Schülerzahlen und wir brauchen hier und da kleine Renovierungen an der Bausubstanz – wenn wir mithalten wollen, müssen eben auch die Klassenräume halbwegs in Schuss bleiben. Aber insgesamt läuft es gut bei uns, ein „Weiter so“ würde mir schon fast reichen.

WIR: Genießen Sie Schwedeneck eigentlich auch privat?

E. Ochernal: Ab und an. Meine eigenen Kinder sind vor langer Zeit hier zur Schule gegangen. Ich wohne zwar in der Nähe, bin aber privat eher in meiner Gemeinde aktiv. Aber wenn ich da mal nen Tapetenwechsel bräuchte wär Schwedeneck auf jeden Fall erste Wahl.

Danke, Herr Ochernal und schöne Sommerferien!